Die Welt verändern, Recht und Unrecht walten lassen, tolle Anzüge tragen und schicke Autos fahren. Zahllose Hollywoodfilme haben das Bild des Rechtsanwalts verzerrt und ich hoffe dieser kleine Beitrag wird das Bild wieder zu Recht rücken.

Der Begriff „Rechtsanwalt“ oder auch „Advokat“  stammt ab von dem germanischen Wort rehta und bedeutet „richten“, anawalt bedeutet „Gewalt“. Ist also kurz gesagt die Bezeichnung für den juristischen Beistand einer Person.

Die Aufgaben eines Rechtsanwalts

Als Rechtsanwalt arbeitet man entweder in einer Anwaltskanzlei oder arbeitet als Rechtsbeistand für Unternehmen. Natürlich kann man nach dem Studium auch in den Staatlichen Dienst gehen und Staatsanwalt oder Richter werden.
Die Aufgaben eines Rechtsanwalts sind allgemein die Vertretung eines Mandanten in Rechtsfragen, er muss den Mandanten beraten und die Rechtslage analysieren um den Kunden darüber aufzuklären, ob der Wunsch vor Gericht durchzusetzen ist. Es ist ihr Job den Mandanten zu Gerichtsterminen zu begleiten und sein Anliegen vor Gericht zu vertreten.
Ein Rechtsanwalt ist aber ein so genanntes „unabhängiges Organ der Rechtspflege“. Das heißt, der Rechtsanwalt ist nicht nur seinem Mandanten sondern auch der Rechtsordnung verpflichtet, er darf vor Gericht also nicht die Unwahrheit sagen. Er darf außerdem einen Mandanten nicht vertreten, wenn er zuvor für die Gegenpartei gearbeitet hat.
Wer glaubt, der Rechtsanwalt würde von morgens bis abends umwerfende Plädoyers vor Gericht halten denkt falsch. Die meiste Arbeitszeit verbringt er damit Akten zu wälzen, Rechtslagen zu prüfen und Rechtsschriften zu verfassen.

Wie wird man Rechtsanwalt?

Um Rechtsanwalt zu werden geht kein Weg an der Universität vorbei. Ein Jurastudium ist die Grundvoraussetzung. Derzeit gibt es in Deutschland rund 32 juristische Fakultäten und sechs juristische Fachhochschulen, die den Studiengang anbieten. Die Regelstudienzeit beträgt zwischen vier und fünf Jahren, also circa 10 Semester.
Darauf folgt ein zweijähriges Referendariat, wo man sich die praktische Erfahrung aneignet, die bei dem sehr trockenen Studium ins Hintertreffen gelangt.
Das juristische Studium wird dann mit der ersten juristischen Prüfung abgeschlossen. Aber das eigentliche Staatsexamen erhält man erst nach dem Referendariat durch das „zweite Staatsexamen“.
Während dem Referendariat erhält man eine Unterhaltsbeihilfe von etwa 800 Euro, aber die genaue Zahl variiert von Bundesland zu Bundesland.
Die Examensnote ist derzeitig besonders wichtig, wenn es um die Berufsaussichten geht. Nur wer mit einer sehr guten Note abschließt hat auch eine Chance auf einen sehr guten Beruf.

Wie werde ich als Rechtsanwalt zugelassen?

Nur wer die Ausbildung zum Volljuristen absolviert, wird als Rechtsanwalt zugelassen. Rechtsanwälte müssen durch die Rechtsanwaltskammer in dem Gebiet, in dem sie wohnen, zugelassen werden. Bei gravierenden Berufsrechtsverstößen kann dem Rechtsanwalt die Zulassung wieder entzogen werden.

Gehalt eines Rechtsanwalts

Das Gehalt eines Rechtsanwalts ist gesetzlich festgelegt aber eine Gebührenvereinbarung zwischen Anwalt und Mandant ist möglich und wird oftmals genutzt. Erfolgshonorare sind in Deutschland unzulässig.
Aber um nun ein paar Zahlen zu nennen: Ein Einstiegsgehalt liegt bei etwa 1.744 Euro Brutto monatlich und nach 5 Jahren steigt das Gehalt auf etwa 3.500 Euro Brutto an. Allerdings ist anzumerken, dass die Unterschiede bei den Gehältern extrem variieren, je nachdem, ob man in einem Unternehmen, Staatsdienst oder einer Kanzlei (hier ist die Größe auch noch ein wichtiger Faktor!) arbeitet.