Internationales

 

Egal ob man Abiturient oder Student ist: ein Auslandsstudium in einem wunderschönen Land ist für viele ein Traum. Im Folgenden möchten wir Ihnen die verschiedenen Wege ins Ausland sowie die jeweiligen Vor- und Nachteile dieser Optionen näher bringen. Denn ob Studium, Praktikum oder Gap Year – wenn Sie den Schritt in die Ferne wagen, dann ist für jeden Geschmack etwas dabei!

Welche Möglichkeiten habe ich als Schüler ins Ausland zu gehen?

Während der Schulzeit gibt es bereits die Option ein halbes oder auch ein ganzes Schuljahr im Ausland zu verbringen. Wenn Sie sich für Ihr Traumland entschieden haben, müssten Sie als Schüler oftmals eigenständig bestimmte Vermittlungsorganisationen kontaktieren, da nur vereinzelte Schulen (Gymnasien, Realschulen, etc.) bestehende Austauschkooperationen mit ausländischen Partnerhochschulen pflegen. Aber auch das ist kein Problem. Der deutsche Markt ist mittlerweile mit einer Vielzahl an Organisationen in diesem Bereich vertreten und der Service, der bei den meisten Agenturen dieser Art geboten wird, hilft Ihnen als Schüler und Eltern bei der Organisation vom Flug, über die Vermittlung der Partnerschule bis hin zur Gastfamilie.

In diesen sogenannten „High School Jahren“ oder auch „Exchange Year“ ist der englischsprachige Raum oftmals sehr beliebt, da dies neben der Attraktivität der Länder natürlich auch die am meisten gefestigte Sprache der Schüler zu diesem Zeitpunkt ist. Die USA und Kanada sind daher sehr beliebt, aber auch Länder wie England, Australien oder sogar Neuseeland haben in den letzten Jahren sehr großes Interesse erfahren. Neben den allgemeinen Agenturen, gibt es vereinzelt sogar Partnerschulen, die ein Büro in Europa haben: dies kann eine sehr praktische und stressfreie Lösung sein, um die verschiedenen Schritte von der Anmeldung bis zur Anmeldung mit professioneller Hilfe zu meistern.

Selbstverständlich sollte man hierbei die finanziellen Aspekte nicht aus den Augen lassen. Die Kosten für ein Auslandsjahr können natürlich sehr stark variieren, aber Sie sollten sich schon auf ein Budget zwischen 5.000 – 15.000 € (Semester/Jahr) einstellen – aber diese Erfahrung ist tatsächlich jeden Cent wert und wird Ihnen Ihr Leben lang in Erinnerung bleiben und ist in der Regel auch sehr hilfreich für eine bevorstehende Ausbildung oder das Studium.

Die Vorteile für einen Auslandsaufenthalt sind aber selbstverständlich zahlreich:

  • Sprachkenntnisse verbessern: Sie werden die neue Landessprache sehr schnell verinnerlichen! Denn eine solche Erfahrung so früh im Leben führt oftmals zu riesigen Fortschritten – je früher, desto besser – und entwickelt häufig auch ein leidenschaftliches Interesse an Fremdsprachen.
  • Lebenserfahrung gewinnen: Eine solche Erfahrung wird Sie reifer werden lassen! Weit entfernt von Familie und Freunden zu sein kann in den ersten Wochen ein bisschen schwierig sein; meistens wird aber dieses Hindernis nach ein paar Tagen durch die Beziehung mit der Gastfamilie und neuen Freunden überstanden. Sie werden lernen, allein zur Recht zu kommen und können dieses Wissen für Ihr weiteres Leben nutzen!
  • Mitglied einer anderen Familie werden: Das Leben in einer Gastfamilie ist meistens auch die von den eigenen Eltern präferierte Option. Es ist in vielen Fällen der Anfang einer schönen und langfristigen Beziehung. Viele Leute, die eine solche Erfahrung erlebt haben, bleiben ihr ganzes Leben mit ihrer „zweiten Familie“ in Kontakt und besuchen sie regelmäßig.
  • Akademische Qualifikation: Selbst wenn keine offizielle Partnerschaft zwischen den zwei Schulen besteht, gibt es oftmals die Möglichkeit Ihre im Ausland erworbenen Leistungen in Deutschland wieder anerkennen zu lassen. Sprechen Sie daher am besten im Vorfeld mit Ihrer Heimatschule und fragen Sie nach den Optionen eines solchen Auslandsaufenthaltes.

Sie haben das Abitur in der Tasche oder stehen kurz davor? Und bevor es mit dem Arbeitsalltag losgeht zieht es Sie nochmal ins Ausland?

Nach dem Abitur wünschen sich viele junge Menschen, die Welt zu entdecken, das Heimatland zu verlassen und Abenteuer zu erleben. Gute Nachrichten: solche Wünsche können Sie sich mit einem Studium erfüllen!

Die erste Möglichkeit wäre ein komplettes Bachelor- oder Masterstudium im Ausland. Dies ist sicherlich eine intensive und Horizont erweiternde Erfahrung, in der man in kürzester Zeit die neue Sprache verinnerlicht, aber auch bietet Ihnen der internationale akademische Abschluss einen großen Vorsprung auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Wenn Sie sich für einen Abschluss im Ausland interessieren, sollten Sie unbedingt im Vorhinein klären, welche Akkreditierung die ausgewählte Universität vorzuweisen hat und ob Ihnen daher, Ihr erworbener Abschluss auch in Deutschland anerkannt wird. Neben den bekannten Bachelor- und Masterstudiengängen gibt es in manchen Ländern auch noch sogenannte 2-jährige Diplomas oder Associate Studiengänge. Diese Studienform gibt es in Deutschland nicht, daher sollten Sie sich in diesem Fall sicher sein, welchen Weg Sie mit diesem Studium weiter verfolgen möchten.

Der finanzielle Aufwand für ein volles Studium ist nicht zu unterschätzen. Hier kommt es selbstverständlich auf das Land an indem Sie studieren möchten; aber in beliebten Ländern, wie z.B. den USA müssten Sie für einen kompletten vierjährigen Bachelorabschluss ca. 50.000 – 60.000 USD kalkulieren. Dieses Geld kann aber durchaus als Investition in die Zukunft gesehen werden! Des Weiteren gibt es bei den meisten amerikanischen und auch kanadischen Hochschulen unterschiedliche Studiengebühren für „in-state“ Studierende und internationale Studierende. Dieser Unterschied kann bis zu doppelt so hoch für internationale Studierende sein. Daher informieren Sie sich auch hier vor Ihrem Aufenthalt ganz genau. Kleiner Tipp: Auch hier gibt es Ausnahmen! Einige Universitäten legen viel Wert auf internationale Studierende und verlangen die gleichen Studiengebühren von allen Studierenden; egal ob amerikanisch oder international!

Wenn Sie sich nicht so lange verpflichten wollen, sondern lieber ein wenig in die Studienwelt im Ausland eintauchen möchten, wäre das sogenannte Gap-Year (Schnupperstudium) vielleicht das Richtige für Sie: Dieses Format bietet Ihnen die Chance nach dem Abitur entweder ein Semester oder sogar ein komplettes Jahr an einer ausländischen Universität zu absolvieren. Für ein Gap-Year können Sie mit Studiengebühren von ca. 7.000 – 15.000 Euro rechnen – je nach Länge des Studiums. Viele Universitäten bieten solche Möglichkeiten an, wie beispielsweise in Australien oder auch in Kanada. Je nachdem welche Universität Sie sich aussuchen, kann es sein, dass Ihnen die Fächer im Gap Year bereits vorgegeben werden oder Sie ganz frei in Ihrer Kurswahl sind. Dies gilt in der Regel auch für die Dauer eines Gap Years: einige Universitäten bieten ein Semester, andere ein Jahr, und einige bieten beide Möglicheiten an.

Immer nur Lernen ist aber natürlich auch nicht schön – schon gar nicht wenn das Traumland doch so viel zu bieten hat! Daher ist ein Gap Year die perfekte Mischung aus Studium und Freizeit: Selbstverständlich sollte man sein Studium ernst nehmen, jedoch verstehen auch die Professoren, dass Sie als internationaler Student auch das Land kennen lernen möchten und geben Ihnen hierbei sicherlich auch Zeit und einige Tipps zum Reisen und Erkunden!

Wie in jedem Auslandsaufenthalt werden Sie auch in einem Gap Year als Person wachsen und unvergessliche Erfahrungen mit in die Heimat nehmen: eine zweite Sprache beherrschen, sich selbst besser kennenlernen, reifer werden, Freundschaften aus der ganzen Welt schließen und ein internationales Netz schaffen – wie sollte man besser auf die darauffolgende Arbeitswelt vorbereitet werden? Doch das ist noch nicht alles! Neben all diesen Kenntnissen und Lebenserfahrungen, haben Sie trotzdem durch ein Gap Year keine Zeit verloren. Viele Universitäten ermöglichen den Studierenden ihre akademischen Kenntnisse aus dem Gap Year an deutschen Hochschulen anerkennen zu lassen und dadurch haben Sie dann bereits einige „credit points“ ihres zukünftigen Studiums erworben. Informieren Sie sich daher eingehend vor Ihrem Auslandsaufenthalt und mit viel Glück, können Sie vielleicht nach Ihrer Rückkehr schon im zweiten Bachelor-Jahr in Deutschland beginnen.

Sie befinden sich mitten im Studium und möchten nun eine Auslandserfahrung in Ihrem Traumland erleben?

Viele deutsche Hochschulen bieten Ihren Studierenden die Möglichkeit mit dem ERASMUS Programm im europäischen Ausland ein Semester zu studieren oder aber auch ein Praktikum zu absolvieren. Das ERASMUS Programm wurde im Jahr 1987 gegründet und ermöglicht Studierenden ein studiengebührenfreies Auslandsemester oder -jahr innerhalb Europas zu abzuschließen. Des Weiteren besteht die Möglichkeit ein ERASMUS Stipendium zu erhalten! Das Program hat sich in den letzten 20 Jahren sehr stark weiterentwickelt: im Jahr 2013 haben mehr als 250.000 Studierende in ganz Europa von dem Programm profitiert – 35.000 dieser Studenten waren Deutsche!

Wenn es um ein Auslandsstudium geht hat jede Hochschule ihre eigenen Partnerhochschulen. Sie sollten sich daher bei Ihrer Institution erkundigen welche Optionen Ihnen zur Verfügung stehen, z.B. an International Days oder angebotenen Präsentationen der Partnerhochschulen. Oftmals haben Studierende eine breitgefächerte Auswahl, da die Kooperationen mit Hochschulen aus der ganzen Welt immer wichtiger und enger werden. Die von Deutschen bevorzugten Zielländer Europas sind Spanien und Frankreich: ein Semester in Polen, Ungarn oder den Niederlanden kann aber zum Beispiel ebenfalls eine originelle, schöne und wertvolle Erfahrung sein!

Die Vorteile eines ERASMUS Semesters sind zahlreich und wurden schon 2002 mit großem Erfolg im Film „L’auberge espagnole – Barcelona für ein Jahr“ beschrieben: Sprachkenntnisse vertiefen, neue Freunschaften schließen, ein Land entdecken, und alles für verhältnismäßig geringe Kosten! Durch diese Partnerschaften werden auch die akademischen Studienleistungen automatisch an der Heimathochschule angerechnet. Die Erfahrung lohnt sich auf jeden Fall und falls Ihre Hochschule diese Möglichkeit anbietet, sollten Sie nicht lange überlegen: nutzen Sie die Gelegenheit!

Falls es Sie allerdings weiter in die Ferne zieht gibt es neben dem ERASMUS Programm die Option ein Auslandssemester/-jahr zu absolvieren: auch hier hat jede Hochschule ihre eigenen Partner – manche weniger, andere mehr. Sollte Ihre Heimathochschule keine Partnerinstitution in Ihrem gewünschten Traumland haben, ist dies nicht unbedingt ein unlösbares Problem: Sie können oftmals auch selbst eine Bildungsinstitution außerhalb Europas aussuchen und diese an Ihrer Hochschule als sogenannter „freemover“ vorschlagen. Es gibt einige Agenturen, die sich darum kümmern und sogar einige Universitäten, z.B. aus den Vereinigten Staaten, aus Australien und aus Kanada, die ein direktes europäisches Büro in Deutschland haben, was Ihnen einen einfachen Einstieg ins Auslandssemester durch aktuelle, kompetente Hilfestellung in der eigenen Sprache garantiert.

Oftmals ist ein Auslandssemester allerdings nicht gebührenfrei, denn nur sehr wenige deutsche Hochschulen werden Ihre ausländischen Studiengebühren übernehmen können. Aber der Preis des Abenteuers lohnt sich auf jeden Fall! Keiner Tipp: Deutsche Studierende können oftmals Ihr Auslandssemester durch ein Zuschüsse des Auslands-BAföGs finanzieren!

Die erworbenen akademischen Credits bzw. Kreditpunkte werden nicht automatisch an der Heimathochschule anerkannt, ohne dass Sie Ihre Kurswahl zuvor mit Ihrer deutschen Hochschule abgesprochen haben. Hierfür wird ein sogenanntes „Learning Agreement“ zwischen Ihrer Heimathochschule und der Partneruniversität erstellt. Wenn diese Formalität abgeschlossen wurde, werden Sie keine Zeit verlieren und nach Ihrer Rückkehr aus dem Ausland direkt ins nächste Semester einsteigen!

Falls Sie bereits ein paar Semester in Deutschland studiert haben oder eine einschlägige schulische Ausbildung erfolgreich absolviert haben gibt es die Möglichkeit im Ausland einen Studienabschluss zu erhalten: dieses Konzept nennt sich „Top Up“ Programm. Einige wenige außereuropäische Hochschulen bieten Studierenden die Gelegenheit einen Bachelor- oder Masterabschluss binnen weniger Monate zu absolvieren! Mit ein wenig Glück könnte Ihre deutsche Heimathochschule eventuell sogar einen „Double Degree“ Vertrag mit einer ausländischen Hochschule abschließen und Ihnen so die Möglichkeit geben, einen Abschluss zweier Universitäten zu erhalten! Diese Optionen gibt es leider nicht wie Sand am Meer, aber wenn Sie dazu gerne mehr Informationen erhalten möchten – kontaktieren Sie uns einfach!