Studiengebühren - was ist eure Meinung?Seit der Einführung der Studiengebühren werden diese kritische diskutiert. So sind es vor allem Studenten die für eine kostenfreie Bildung kämpfen. Durch die Einführung der Studiengebühren ist es für viele schwerer geworden zu studieren, da sie nun nicht mehr nur die Lebenshaltungskosten tragen müssen, sondern auch anteilig die Kosten, die für ihre Universitätsausbildung anfallen.
Doch Finanzierungsmöglichkeiten können diesem Dilemma Abhilfe schaffen. Es stehen durch Bafög, Studienkredit und Nebenjobs einige Möglichkeiten zur Verfügung ein Studium zu finanzieren.
Im internationalen Vergleich macht Deutschland sogar eine relativ gute Figur. So sind 500 € Studiengebühren ein „Witz“ gegenüber tausenden von Euros, die Studenten in den USA, England, Irland oder Australien bezahlen müssen. Generell ist also eine qualitativ gute Ausbildung in Deutschland relativ „günstig“ und die Studiengebühren gering.

Doch was hat sich seit der Einführung der Studiengebühren an den Unis geändert und wofür werden die Studiengebühren verwendet? Brauchen die Universitäten das Geld wirklich so dringend? Immerhin haben die Bundesländer die Wahl keine Studiengebühren zu erheben. Und die meisten Bundesländer entscheiden sich bewusst für eine Erhebung von Studiengebühren. Ebenfalls die Universitäten haben je nach Bundesland die Möglichkeit die Studiengebühren zwischen 300 € und max. 500 € zu variieren. Das zeigt, wenn man dies von einer logischen Seite betrachtet, dass die Universitäten das Geld wirklich brauchen. Eine sinnlose Verprassung der Studiengebühren ist durch die Richtlinien zur Verwendung von Studiengebühren ohnehin ausgeschlossen.
Die Richtlinien sehen bildungsorienterte Ausgaben vor. So heißt es in den offiziellen Richtlinien zur Verwendung der Studiengebühren (Stand 24.09.2009)

„Die Mittel stehen ausschließlich für Vorhaben mit einem erkennbaren Bezug zum Lehrangebot in diesen Studiengängen zur Verfügung. (…) Die Einführung von Studiengebühren eröffnet der Universität die Möglichkeit, in einem starken nationalen und internationalen Wettbewerb ihre Leistungen für Lehre und Studium weiter zu verbessern.“

Studiengebühren dienen zur Zeit vor allem der Schaffung neuer Assistenzstellen, neuer Stellen für studentische Hilfskräfte, Verbesserung der Ausstattung von Computerräumen und Hörsäälen, die Verfügbarkeit von kostenlosen Veranstaltungsskripten und der Nutzung verschiedener Datenbanken in den Vorlesungen und Veranstaltungen selbst.
Weiterhin heißt es in den Richtlinien für die Verwendung von Studiengebühren:

„Mit den Studiengebühren wird die Universität ihr Lehr- und Serviceangebot nochmals deutlich verbessern. Der Mehrwert für die Studierenden soll unmittelbar deutlich werden. „

Nun wird sich der ein oder andere Student fragen: Wo denn diese Veränderung ist, die so unmittelbar gespürt werden sollte?
Natürlich sind viele Veränderungen nicht sofort zu spüren. Wenn z.B. mehr Arbeitsplätze zur Forschung geschafft werden hat das vor allem einen Langzeitwert. Denn Forschung passiert nicht vom einen Tag auf den Anderen, auf lange Sicht gesehen ist sie aber ungemein wichtig für die Universität und somit auch für die Studenten. Ob die Studiengebühren, die zur Forschung eingesetzt werden nun die Qualität der Lehre verbessern oder nicht, kann zum jetzigen Zeitpunkt recht schlecht beurteilt werden. In jedem Fall steht fest, dass sie nicht schaden. Und by the way: Von mehr offenen Stellen für Studentische Hilfskräfte profitieren ebenfalls die Studenten, die einen Nebenjob an der Uni anstreben.
Sind die Verbesserungen dank Studiengebühren wirklich schon zu spüren?Es sollte jedoch jeder Student mindestens in einer Veranstaltung mitbekommen haben, dass verschiedene Programme, Datenbanken und Zusatzausstattungen der Lehrkräfte vorhanden sind. Schließlich scheuen diese sich nicht, durch Studiengebühren finanzierte Mittel an die Studenten zu kommunizieren.
Wem das nicht genügt der hat darüber hinaus die Möglichkeit auf der entsprechenden Hochschulseite die jeweilige Verwendung der Studiengebühr einzusehen. Dies ist wahrscheinlich die beste Möglichkeit sich selber davon zu überzeugen, was mit den Studiengebühren passiert.
Verständlich ist, dass viele Studenten keine Änderung bemerken die 500 € wert ist. Aber es ist auch zu sagen, dass die Studiengebühren erst vor wenigen Semestern eingeführt wurden. Somit wurden natürlich erst die nötigsten Dinge angeschafft und es wird versucht die Basisanforderungen zu erfüllen. Wenn selbst Basisanforderungen nicht vorhanden sind führt das zu Unzufriedenheit und dies war zweifellos, in den Jahren ohne Studiengebühren ein Problem. Daher gilt es erstmal die Lücken bei den Basisanforderungen zu schließen und sich dann um größere Projekte zu kümmern. Wobei zu sagen ist, dass Leistungsanforderungen wie z.B. ein Beamer im Laufe der Zeit zu einer Basisanforderung geworden sind.
Was an Zusatzleistung und damit für die Studenten als wirklich außergewöhnliches Angebot wahrgenommen wird, kann bis jetzt nur in wenigen Bereichen umgesetzt werden. Doch durch die Studiengebühren werden auf lange Sicht besondere Leistungen, die die Lehre auf eine ganz spezielle Art und Weise verbessern, bezahlbar sein und dann von den Studenten auch wahrgenommen werden.

Von einer Abzocke sollte man, meiner Meinung nach, bei Studiengebühren nicht gesprochen werden. Der Studiengebühr muss erst einmal eine Chance gegeben werden sich zu beweisen. Was ist eure Meinung dazu? Habt ihr Verbesserungen seit Einführung der Studiengebühren bemerkt? Oder habt ihr keine Ahnung, wie ihr euer Studium finanzieren sollt? Schreibt uns eure Meinung!