Warum mache ich ein Praktikum?

Ein Praktikum dient zum einen der Orientierung. Es ist also sinnvoll ein Praktikum zu machen, wenn man noch nicht genau weiß, in welche Richtung man möchte im Bezug auf den späteren Beruf, oder wenn man einen Eindruck von der Tätigkeit in einem gewissen Berufsfeld erlangen möchte. Daher ist der geeignetste Zeitpunkt eines Praktikums VOR oder WÄHREND des Studiums oder der Ausbildung.
Das Praktikum erfüllt aber auch noch einen anderen Zweck: Es dient dem Erwerb von Arbeitserfahrung und macht den Lebenslauf für einen zukünftigen Arbeitgeber attraktiver.

Nach dem Studium ein Praktikum, oder mehrere?

Die heutige Generation wird auch „Generation Praktikum“ genannt. Laut einer Studie schließen ganze 37 Prozent der Hochschulabsolventen ein Praktikum an das Studium an, da sie meinen, dass sie dort übernommen werden und sie nach dem Praktikum ein fester Arbeitsplatz erwartet. Die Wirklichkeit sieht anders aus: Nur rund ein Drittel der Praktikanten mit einem Uniabschluss werden nach ihrer Tätigkeit als Praktikant auch übernommen. Praktikanten sind für Unternehmen oftmals billige Arbeitskräfte. Der Fokus liegt nicht mehr auf dem Lernen und dem Einarbeiten in die Materie, Praktikanten werden gerne sofort fest in den Arbeitsplan eingespannt und übernehmen für wenig Gehalt die Aufgaben, für die eigentlich eine Festanstellung nötig wäre. Und dann ist die Enttäuschung groß, wenn man nach der Selbstaufopferung nicht übernommen wird. Das ist hoffentlich nicht die Regel, kommt aber doch häufiger vor als man denkt. Daher raten Experten ab davon, nach dem abgeschlossenen Studium Praktika zu absolvieren. Und wenn doch, dann höchstens eins oder zwei. Denn ein zukünftiger Arbeitgeber wird sich fragen, warum du von keinen der Praktikumsstellen übernommen wurdest.
Ein Studium sollte eigentlich als Qualifikation ausreichend sein. Dass man nach dem abgeschlossenen Studium nicht sofort einen Job ergattert, ist eigentlich normal. Vor allem Studenten der Geisteswissenschaften haben es im Moment schwerer.

Was sind geeignete Alternativen zum Praktikum?

Anstatt ein Praktikum nach dem Studium zu absolvieren, sind fachnahe Jobs viel sinnvoller und bieten auch ein besseres Gehalt. Auch so kann man die nötige Arbeitserfahrung sammeln und man ist finanziell unabhängiger. Auch Werksverträge können Abhilfe schaffen und bringen Geld ein. Dabei unbedingt sein Netwerk ausbauen, denn viele Arbeitsplätze basieren auch heute noch nur auf Beziehungen.
Wer sich weiterbilden möchte hat auch die Aussicht auf ein geeignetes Aufbaustudium oder eine Promotion.

Also: Nach dem Uniabschluss lieber die Finger von Praktika lassen, da das nur den Druck auf andere Absolventen verstärkt und wir aus der Misere mit Dumpinglöhnen nicht mehr herauskommen. Stattdessen gelassen bleiben und auf die Qualifikationen vertrauen, die man sich durch das Studium und vorangegangene Praktika angeeignet hat.