Viele wollen als Kind Ballerina, oder Feuerwehrmann, Lokomotivführer oder auch Arzt werden. Oft verliert sich dieser Berufswunsch mit zunehmendem Alter. Aber bei manchen auch nicht. Wer heutzutage Arzt werden möchte, der muss Leidenschaft und Durchhaltungsvermögen mitbringen. Ein Medizinstudium ist mehr, als man bei Grey’s Anatomy zu sehen kriegt.

Wie bewerbe ich mich für ein Medizinstudium?

Arzt ist ein Traumberuf vieler, aber nicht jeder kann Medizin studieren und den Traum Wirklichkeit werden lassen. Vorraussetzung, um Medizin studieren zu können, ist das Abitur. Aber Humanmedizin ist ein zulassungsbeschränkter Studiengang, und der Numerus Clausus entscheidet, ob jemand zugelassen wird oder nicht. Also wenn Medizinstudium, dann darauf achten, das man eine gute Abiturnote nach Hause bringt. Damit muss man sich bei der ZVS (Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen) bewerben. Was ist ZVS?
Der Numerus Clausus liegt derzeit bei 1,0 bis 1,6, obwohl es da schon eng werden kann. Aber versuchen kostet nichts, einfach bei der ZVS bewerben, und diese vermittelt einem den Studienplatz. Mittlerweile passiert es aber immer öfters, dass man anschließend noch an einem Auswahlgespräch teilnehmen muss. Vorher solltest du dir darüber Gedanken machen, warum du Medizin studieren möchtest und Bescheid wissen über aktuelle Diskussionspunkte im Bereich der Humanmedizin.
Du wurdest nicht sofort zugelassen, willst aber doch unbedingt Medizin studieren? Dann nicht verzagen, Wartesemester werden dir angerechnet und bringen einen Vorteil, wenn du dich das nächste Mal bewirbst. Aber denke daran, wenn du dich bei einer Uni einschreibst und etwas anderes studierst, wird dir diese Zeit nicht als Wartesemester angerechnet.
Wenn du nicht warten möchtest, dann gibt es auch ein Losverfahren. Hier spielen NC und Lebenslauf keine Rolle. Einfach bewerben und vielleicht hast du Glück!

Was erwartet mich im Medizinstudium?

Die Regelstudienzeit liegt bei 12, 5 Semestern. Das ist relativ lang im Vergleich zu anderen Studiengängen. Aber wie lange genau du brauchst, das hast du selbst in der Hand.
Das Studium an sich beginnt mit der „Vorklinik“, hierzu zählen Fächer wie Anatomie, Präparierkurse, Histologie, Mikroskopierkurs, Biochemie, Biologie und eine Reihe von Kursen, die man nun mal gezwungener Maßen belegen muss, wenn man Arzt werden möchte. Hinzu kommt ein Krankenpflegepraktikum, welches 90 Tage dauert.
Die erste Hürde, die man dann nehmen muss, ist das 1. Staatsexamen, auch Physikum genannt. Wer hier nicht scheitert, lernt nun mehr über die klinischen Fächer, wie zum Beispiel Pharmakologie, Pathologie etc. und muss ein 4-monatiges Famulatur machen, um mit der ärztlichen Patientenversorgung vertraut zu werden.
Wenn auch das überstanden ist, dann folgt nun ein praktisches Jahr, welches  in drei Teile gegliedert ist: Die innere Medizin, Chirurgie und Allgemeine Medizin. Während dieses Jahres musst du anwenden, was du während deines Studiums gelernt hast.
Das Studium wird mit dem 2. Staatsexamen (Hammerexamen) und der Doktorarbeit beendet und das hoffentlich erfolgreich. Wenn man sich dann noch spezialisieren will, also Chirurg oder Kinderarzt werden will, muss noch mindestens 2 Jahre Studium und Ausbildung einplanen.

Zugegeben, ein Medizinstudium ist eines der schwersten und anspruchsvollsten überhaupt, aber es ist machbar und als Halbgott in Weiß verdient man nicht allzu schlecht. Wer aber nach dem ganz großen Geld sucht, der ist auch hier nicht richtig. Viele Ärzte gehen auf die Barrikaden, weil sie im Vergleich zum Arbeitspensum so wenig verdienen.
Bevor du dich also entscheidest, wäge Vor- und Nachteile eines eventuellen Studiums gut ab, denn halbherzig lässt sich so ein Studium nicht absolvieren.