Doping am Arbeitsplatz

Help me TastaturDer Leistungsdruck wird stärker, die Verantwortung größer, das Gehalt wird zunehmend nach Leistung berechnet und die Sicherheit des Arbeitsplatzes ist für die meisten nicht mehr garantiert. So oder so ähnlich sehen viele Arbeitnehmer in Deutschland die aktuelle Situation.

Durch die Weltwirtschaftskrise und allgemeine Veränderungen in der Arbeitswelt steigen die Ansprüche an die Arbeitnehmer genauso wie die Ansprüche der Arbeitnehmer an sich selbst. Man will 120% geben, möchte zu den Besten gehören, Leistung bringen und beweisen, dass man was kann. Besonders für Berufseinsteiger ist die erste Zeit im Beruf oft eine große Herausforderung. Den Ansprüchen von Freunden, Familie, Gesellschaft, Arbeitgeber und vor allem den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden, kann da schon schnell zu einer extremen Belastung werden.

Wen wundert es unter diesen Bedingungen, dass immer mehr Arbeitnehmer zu Doping am Arbeitsplatz übergehen und beschließen ihre Leistung durch Medikamente und andere „Doping-Mittelchen“ zu steigern. Laut einer Studie der DAK aus dem Jahr 2008, bei der über 3 000 Arbeitnehmer befragt wurden, greifen fast zwei Millionen der deutschen Arbeitnehmer immer wieder zu Medikamenten um ihre Leistung, Kreativität, Ausdauer und Stimmung zu steigern.

Oft werden aber nicht nur rezeptfreie Medikamente wie z.B. Koffeintabletten eingesetzt. Viel zu viele Arbeitnehmer schrecken auch vor rezeptpflichtigen und zum Teil sehr gefährlichen Medikamenten nicht zurück. So sehen Arbeitnehmer laut der Studie des DAK z.B. Medikamente die sonst ernsthafte Krankheiten wie ADHS, Demenz oder Depressionen behandeln sollen als legitimes Mittel um ihre Leistung im Job zu steigern.

Doch das ist nicht nur moralisch bedenklich, es ist gefährlich! All diese Doping Medikamente haben schwerwiegende Auswirkungen auf den menschlichen Körper. Man setzt seinem Körper enorm zu wenn man sich für diese Medikamente entscheidet und auf längere Sicht gesehen entstehen sehr schwerwiegende und oft irreparable Schäden in physischer und vorallem psychischer Hinsicht..

Doch woher bekommen gesunde Arbeitnehmer harte Medikamente mit denen sonst Kranken geholfen wird? Laut der Studie der DAK finden Arbeitnehmer die bereit sind Doping am Arbeitsplatz zu betreiben viele Mittel und Wege um an die begehrten Pillen zu kommen. Ob über Bekannte, Familie, Internetversand oder sogar durch offizielle Rezepte „dubioser“ Ärzte.

Die Einnahme solcher Medikamente ist gefährlich. Doping am Arbeitsplatz darf nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Für Arbeitgeber ergeben sich nur kurzfristig Vorteile wenn die Mitarbeiter derart hohe Leistungen zeigen. Für den Moment scheint die Arbeitsleistung spitze zu sein, doch wenn die Mitarbeiter dann nach und nach an Burn-Out Syndromen leiden, Depressionen bekommen oder folgenschwere Fehler am Arbeitsplatz machen, da sie mit Medikamenten voll gestopft sind, merkt spätestens dann  jeder Arbeitgeber, dass permanente Leistungssteigerung bei Kostenminimierung nicht immer sinnvoll ist.

An alle Arbeitnehmer: Oft hilft auch schon ein Tässchen Kaffee am Morgen oder der ein oder andere Urlaubstag um einen klaren Kopf zu bekommen und Leistung zu bringen die gesund und sinnvoll ist. Mit Sicherheit ist es nicht immer einfach im Job zu bestehen und es ist auch nicht immer einfach den Wind aus den Segeln zu nehmen. Doch eins ist gewiss: Durch Doping wird der Körper zerstört und davon hat im Endeffekt niemand was.