Wer studiert, sollte auch das Augenmerk auf den Arbeitsmarkt legen. Wo werden Leute gebraucht? Welche Branche sucht händeringend nach Nachwuchs und wo herrscht Flaute. Aber sollte dies der einzige Beweggrund sein, einen bestimmten Berufsweg einzuschlagen und macht diese Entscheidung auf Dauer reich…oder gar glücklich?

Was bedeutet eigentlich „antizyklisch studieren“?

Antizyklisch bedeutet in diesem Fall so viel wie gegen den Trend zu studieren. Denn wenn alle Lehramt studieren, dann gibt es auch viele Anwärter auf einen Job und die Aussichten einen zu ergattert verringern sich. Daher heißt antizyklisch studieren einfach nur, dass man eine Studienrichtung einschlägt, die nur wenige wählen, so wie etwa Informatik, Mathematik oder ähnliche Fächer, die viele abschrecken.

Welche Vorteile bringt das antizyklische Studium mit sich?

In Zeiten der Weltwirtschaftskrise und den steigenden Arbeitslosenzahlen, raten viele dazu, antizyklisch, also gegen den Trend, zu studieren. Also anstatt seinen eigenen Interessen nachzugehen lieber einen Berufsweg einzuschlagen, der sich auf lange Sicht lohnen wird. Ein Vorteil des antizyklischen Studiums ist, dass man selbst vielleicht einen zukünftigen Trend erkannt hat und nach dem abgeschlossenen Studium eher einen Job findet, da in diesen Branchen oft ein Mangel an jungen Leuten herrscht.

Welche Nachteile bringt das antizyklische Studium mit sich?

Aber war der Geheimtipp vor Jahren noch Maschinenbau zu studieren, dann ist dieses Erfolgsrezept heute schon wieder erfolglos, da sich viele diesem „Antitrend“ angeschlossen haben und ihn zu einem Trend gemacht haben. Wo also heute noch dringend frische Studienabgänger gesucht werden, kann morgen schon wieder der Supergau herrschen, weil sie sich vor Bewerbern nicht mehr retten können und viele Akademiker ohne Job dastehen.
Wer also nach dem Abitur oder Fachabitur vor der Wahl steht, was er nun studieren möchte, sollte zwar ein wachsames Auge auf den Arbeitsmarkt haben aber sich nicht leichtgläubig auf irgendwelche Prognosen verlassen, die „Experten“ voraussagen. Zudem ist es nicht ratsam, sich gegen seine Interessen und Talente und für eine „bessere Zukunft“ zu entscheiden. Wer weiß, vielleicht winkt der Jackpott am Ende des Informatikstudiums, vielleicht aber auch ein Leben in einem Beruf, der einem nicht wirklich entspricht und auf Dauer nicht glücklich machen wird. Denn wer sein Interessengebiet kennt und mit Herz dabei ist, seine Ziele zu verfolgen, wird auch in „zyklischen“ Berufsfeldern Erfolg haben.