Geisteswissenschaften – Ein Studium ohne Perspektive?
In Zeiten der Globalisierung, in denen alles auf die wirtschaftliche Verwertbarkeit geprüft wird stehen nun auch die Geisteswissenschaften auf dem Prüfstand. Oft ist ein geisteswissenschaftliches Studium als eines ohne Perspektive verschrien. Die „brotlosen“ Geisteswissenschaftler haben demnach keine Chance auf einen Job. “Das werden doch eh alles Taxifahrer!” ist leider ein bekanntes Stereotyp der Geisteswissenschaftler. Aber ist dies wirklich so? Sind Geisteswissenschaftliche Fächer so perspektivenlos? Die Antwort der Studenten ist: Keineswegs!.
Die Geisteswissenschaften zeigen was sie können und sind bei Studenten immer noch sehr beliebt. Trotz immer schlechter werdender Berufsaussichten, sinkender Studienplätze und schlechter Hochschulausstattung, die Unis können sich nicht vor einem Ansturm der Studenten verstecken. Studenten, die begierig auf dem Weg der Erkenntnis in die Geschichte des Seins eintauchen möchten. Studenten, die sich gerne über Geschichte und Sprachen Gedanken machen. Studenten die sich nicht scheuen unbedachte Wege zu denken und zu beschreiten.
Auch im Vergleich der Arbeitslosenzahlen schneiden die Denk- und Grübelfächer nicht schlecht ab. Im März 2007 waren 7885 Geisteswissenschaftler arbeitslos gemeldet. Im Vergleich: 27.106 Ingenieure und 5468 Juristen waren im März 2007 ebenfalls arbeitslos gemeldet. Dies zeigt, dass sich die Geisteswissenschaften keineswegs verstecken müssen.
Eine mangelnde Beliebtheit ist also nicht der Grund einer teils negativen Haltung gegenüber den Geisteswissenschaften.
Das Vorurteil, die Geisteswissenschaften führen direkt in die Arbeitslosigkeit befindet sich in den Köpfen der meisten. Aber woher kommt diese Einstellung? Die Einstellung, Geisteswissenschaften sei für verspielte Freigeister und vor allem die Annahme, dass Geisteswissenschaftler auch sonst nichts können? Vorurteile dieser Art sind vollkommen schädlich für die gesamte Gesellschaft, denn Geisteswissenschaften werden gebraucht um die Welt immer wieder neu zu überdenken und das vor allem aus einer Perspektive die nicht nur den reinen Konsum, Profit und den Umsatz betrachtet.
Der Münchener Historiker Winfried Schulze über Geisteswissenschaften:
“Die Gesellschaft braucht sie als kulturelles Reflektionspotential, in dem die anderen Bereiche kritisch hinterfragt, bewertet, verglichen, historisch vertieft werden, kurz: um diese historisch gewordene Welt besser verstehen zu können”.
“Die Geisteswissenschaften stoßen manchmal in Bereiche vor, die noch unerschlossen sind, wie der Astrophysiker ein Lichtjahre entferntes Schwarzes Loch erforscht”, sagt Ulrich Herbert, Geschichtswissenschaftler an der Uni Freiburg.
Was diese Aussagen eindeutig zeigen:
Die Welt benötigt geisteswissenschaftliche Studiengänge. Sie benötigt Menschen, die sich gerne Gedanken über die Welt an sich machen. Was sie aber vor allem benötigt, ist eine Gesellschaft, die nicht nur Gewinn sieht, sondern eine Gesellschaft, die Wert auf freie Gedanken fernab von jeglichem Profitdenken legt.
Geisteswissenschaften zu studieren ist also nicht vollkommen frei von jeder Perspektive. Es ist manchmal schwer einen Job in der passenden Richtung zu finden, aber das kann bei jeder anderen Fachrichtung auch passieren.
Wer Spaß an Fächern wie Geschichte, Philosophie, Germanistik usw. hat sollte sich diese auch nicht nehmen lassen und seine Begabung ausleben.
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Leider leiden die zahllosen Studenten der Geisteswissenschaften an einer Form der kollektiven Selbsttäuschung. In der Tat sind nämlich viele von ihnen entweder arbeitslos oder arbeiten in einem bereich, der mit ihrem studierten Fach nichts zu tun hat. Großartig. Dass man als hilfskraft im aldi dann nicht sonderlich gut verdient und bei einem Volontariat bei der Zeitung / im Museum etc nicht viel rausspringt, dürfte klar sein. Es liegen doch genügend Studien vor, die beweisen, wie schlecht sich die Geisteswissenschaftler auf dem Arbeitsmarkt schlagen.
“Wer Spaß an Fächern wie Geschichte, Philosophie, Germanistik usw. hat sollte sich diese auch nicht nehmen lassen und seine Begabung ausleben.” So ? Naja, die butter muss doch irgendwie auf die Brötchen kommen. Bedenkt man, dass die Zahl der Geisteswissenschaftler ständig steigt (die meisten dieser Pseudo-Studenten machen sich halt keine Gedanken um ihre Berufschancen) dann ist doch wohl klar, wie düster es aussieht. Zumal die klassischen Stellen schwinden und, angesichts der Finanzknappheit unseres Staates, weiter schwinden werden. Wenn man sich wirklich in die Arbeitslosigkeit studieren will, dann kann man eine (für Welt und Wirtschaft völlig nutzlose) Geisteswissenschaft studieren. Meiner Meinung nach völlige idiotie und Verschwendung von Zeit und Geld. Aber den harten Fakten will halt keiner ins Gesicht sehen.